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Vorgestellt: Der Avant Verlag

Zahlreiche Auszeichnungen und Preise wie z. B. „Bester Comic“ auf der Frankfurter Buchmesse, zweimalige Nominierungen für den „Deutschen Jugendliteraturpreis“, vierfacher „Max und Moritz-Preis“ Gewinner für „Bestes Szenario“ und „Bester internationaler Comic“ sowie mehrfache „ICOM-Preis“ Auszeichnungen sind ein nach außen hin sichtbarer Beleg für die Qualität der avant-verlag Titel.

Die Bände zeichnen sich durch eine professionelle Übersetzung und eine qualitätsvolle Wiedergabe der künstlerischen Vorlagen aus.
Mit seinen Büchern möchte der avant-verlag Fans des Mediums Comic und die Liebhaber moderner Grafik und Kunst gleichermaßen begeistern.
Im Lauf der Jahre entstand so eine Reihe von anspruchsvollen Publikationen welche die neueren Tendenzen im internationalen Autorencomic präsentiert, und die sich durch sorgfältige Verarbeitung auszeichnet.
Die Bandbreite der Themen reicht von Künstlerbiografien wie „Pascin“, „Fats Waller“ und „Olaf G.“ über international ausgezeichete Comic-Romane wie „Pinocchio“, „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ oder „Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte“ bis hin zu theologisch-philosophisch unterhaltsamen Titeln wie „Die Katze des Rabbiners“ oder internationalen Projekten wie „Cargo-Comicreportagen Israel/Deutschland“ und „Tel Aviv Berlin“. Die Bücher aus dem avant-verlag machen eines deutlich: Comics sind längst kein Medium nur für Kinder oder Jugendliche mehr, sondern ein neues, aufregendes Medium mit literarischer Qualität!


Ausschnitt aus "Die Katze des Rabbiners", erhältlich beim Gratis Comic Tag und als Album in jedem Comicfachgeschäft

Das ursprüngliche Ziel, künstlerisch besonders anspruchsvolle Comics & grafische Literatur unserer europäischen Nachbarländer ins Deutsche zu übertragen wurde in den letzten Jahren auch verstärkt durch Eigenproduktionen von deutschen Autoren erweitert. Einige der wichtigsten Titel deutschsprachiger Comickünstler der letzten Jahre erschienen im avant-verlag. Mit „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ von Ulli Lust wurden neben inhaltlichen auch ein verlegerischer Maßstab gesetzt. 464 Comicseiten in einem Buch zu veröffentlichen ist eine Leistung auf die der Verlag zu Recht stolz sein kann. Und dieses Engagement wurde auch belohnt: Der Titel liegt inzwichen bereits in der 4. Auflage vor und konnte in über sieben Länder als Lizenz verkauft werden! Eigenproduktionen wie „drüben!“, „Packeis“, „Die sechs Schüsse von Philadelphia“, „Menschen am Sonntag“, „Lästermaul und Wohlstandskind“, „Reigen“, „Trommelfels“ oder „Leroy & Dexter“ zeigen, dass hiesige Autoren sich durchaus mit den internationalen Autorenstars der Branche messen können und sorgen auch im Ausland zunehmend für Aufsehen. Inzwischen ist es nicht mehr außergewöhnlich wenn deutsche Zeichner auch im Ausland publiziert werden.

Eine Entwicklung die vor einigen Jahren noch nicht für möglich gehalten wurde, die aber Dank der Leidenschaft und des Muts einiger weniger Verlegerpersönlichkeiten inzwischen Realität wurde.

Für seine Arbeit wurde Verleger Johann Ulrich vom französischen Kultusministerium 2008 als „Aventurier de la culture“ geehrt. Eine Auszeichnung für herausragendes Engagement und für den Einsatz für eine vielfältige europäische Kulturszene.

Wir haben uns mit Johann Ulrich über den Verlag unterhalten.

Der avant-verlag veröffentlicht Comics, die sicher nicht dem Mainstream zugeordnet werden können. Wie kam es zu der Entscheidung sich diesen Bereich zu suchen?

Mainstream ist relativ. Als wir vor 10 Jahren unsere ersten Graphic Novels verlegten war das sicherlich neu. Inzwischen gehört dieses Segment zum Angebot vieler deutscher Buch und Comic-Verlage. Um es kurz zu machen:
Wir publizieren die Titel die uns inhaltlich überzeugen. Unabhängig ob es sich dabei um ein Album im klassischen Sinn, eine Stripsammlung oder eine Graphic Novel handelt.
Wichtig ist das Thema und die Umsetzung des Stoffes.

Ihr veröffentlicht auch immer wieder Comics, die in Deutschland produziert wurden, wie zum Beispiel von Ulli Lust. Wie wichtig ist diese Förderung der deutschsprachigen Zeichnerszene?

Das ist uns ein großes Anliegen. Wir sind der Meinung dass ein Programm welches eine Mischung aus deutschen und internationalen Autoren bietet ideal für uns ist. Deshalb haben wir unser Engagement in dieser Richtung in letzter Zeit verstärkt und allein im letzten halben Jahr fünf Titel mit deutschen Autoren im Programm. In Arbeit sind bereits fünf weitere Titel für 2012 und 2013!
Um dem Comic in Deutschland ein geschärftes Profil zu verleihen sind deutsche Autoren ausgesprochen wichtig. Sie tragen dazu bei das Medium zu bereichern und inzwischen ist die Fülle an Autoren, vor allem Dank der guten Hochschularbeit, ja auch qualitativ so gut, dass sie unser Programm zunehmend ergänzen werden.
Neben Ulli Lust publizieren wir noch die Arbeiten von Simon Schwartz, Marjpol, Birgit Wehye, Felix Pestemer, Susanne Buddenberg & Thomas Henseler, Tim Dinter und Ulrich Scheel. Es sind aber bereits weitere Titel von deutschen Autoren vorgesehen.

Ulli Lust wurde auch in Angoulême ausgezeichnet. Wie schwierig ist es mit deutschen Stoffen auf dem internationalen Markt zu bestehen?

Ulli Lusts Buch "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" ist ein internationaler Bestseller. In Frankreich erscheint nächste Woche bereits die 3. Auflage!
Insgesamt konnte der Titel in 7 Länder verkauft werden und mit 2 weiteren Lizenznehmern sind wir derzeit im Gespräch.
Aber auch Birgit Weyhes "Reigen" wird in Kürze in Frankreich erscheinen. Simon Schwartz "drüben!" und auch "Packeis" sind bzw. werden in Frankreich erscheinen. "Der Staub der Ahnen" von Felix Pestemer erschien gar zeitgleich in Deutschland und Frankreich und wurde soeben auf dem Festival in Angouleme mit einer Einzelausstellung vorgestellt. Nicht nur dass die deutschen Zeichner im Ausland gefragt sind, sondern auch wie schnell die Titel übertragen werden sind ein Beweis dafür dass deutsche Autoren 2012 gleichberechtigt mit Autoren aus anderen Ländern inzwischen international akzeptiert sind.

Ihr habt zahlreiche Preise gewonnen, unter anderem vier Mal den Max- und Moritzpreis. Insbesondere bei diesem Preis tut sich der Mainstream relativ schwer, während die künstlerisch wertvolleren Comics eher eine Chance haben. Wie wirken sich diese Auszeichnungen für Euch aus? Verkauft Ihr nach dem Gewinn auch mehr Comics?

In erster Linie ist der Max und Moritz-Preis eine Auszeichnung für den Autor und dessen Titel. Wir freuen uns sehr über diese Bestätigung unserer Arbeit und natürlich ist das damit einhergehende Medieninteresse auch verkaufsfördernd.

Mit Ehapa, Reprodukt, Mosaik und Euch haben sehr viele Comicverlage ihren Sitz in Berlin. Ist diese Stadt ein besonders gutes Umfeld für kreatives Arbeiten?

Berlin ist eine tolle Stadt, aber ob es ein besonders gutes Umfeld ist wage ich nicht zu sagen. Ich glaube wir könnten unsere Programm genau so gut in der Provinz machen.

Was sind Eure wichtigsten Veröffentlichungen für 2012? Und welche Comics, die schon bei Euch erschienen sind, sollte man auf keinen Fall verpassen?

Für 2012 sind unsere wichtigsten Veröffentlichungen:

Gerade ist "Der Staub der Ahnen" von Felix Pestemer erschienen und für ein Debüt ist das ein grafisch sensationelles Werk. Anbei das Cover und eine Seite aus dem Innenteil. Zudem die neue Graphic Novel von Simon Schwartz, der mit "Packeis" das vergessene Schicksal des farbigen Nordpolentdeckers Matthew Henson beleuchtet. Der Titel erscheint im März.

In Arbeit befindet sich zur Zeit das neue Buch von David B., einem der international renommiertesten Comickünstler, der sich in seinem neuen Buch mit der Aussenpolitik der USA gegenüber der arabischen Welt beschäftigt. Nicht nur ein grandioser Comic, sondern auch ein lehrreiches Geschichtsbuch!

Zudem ein weiterer Titel von Golo, dem Autor der vielbeachteten "B. Traven" Biografie. "Chroniken einer Totenstadt" erzählt von seinem Leben in Ägypten und dem Verschwinden des Dorfes in dem er seit Jahrzehnten lebt. Ein wichtiges Thema, welches Ereignisse am Rande unserer Wahrnehmung ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

Die letzten beiden Titel werden zum Comic Salon Erlangen im Juni vorliegen.

Alles in allem wird das Medium gegenwärtig politischer und dies ist eine spannende Entwicklung die wir mit unseren Publikationen im avant-verlag begleiten werden.


Daten dieses Berichts
Bericht vom: 09.02.2012 - 13:59
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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