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Die Faszination Comic im Umbruch - Ein Resümee
Es hat sich viel verändert in diesem Jahr auf der Buchmesse, genauer im Comiczentrum. Die anstehenden Veränderungen hatten wir ja bereits in einem Interview mit Birgit Fricke und Wolle Strzyz versucht zu erklären. Wir wollen in diesem Artikel zeigen, was letztendliche dabei heraus gekommen ist.

Es gab sehr offensichtliche Veränderungen. Mit eine der prägnantesten: Das Comiczentrum ist um einen Quergang weiter in die Mitte gezogen. Das hört sich nicht nach viel an, hat aber sehr viel ausgemacht. Denn einer der großen Kritikpunkte war, dass Ehapa und Carlsen verdammt weit weg vom Comiczentrum waren. Und durch diesen simplen Trick sind die beiden Verlage eine ganze Ecke näher heran gerückt. Ging man von der Bühne des Comiczentrums aus in Richtung Carlsen, brauchte man nur zwei Längsgänge zu überqueren und war dort. Und auch wenn Ehapa immernoch relativ weit weg ist (am Eingang der Halle 3.0), ist auch dieser Verlag näher heran gerückt.

Eine andere offensichtliche Veränderung war die räumliche Aufteilung des Comiczentrums. Die Fläche war deutlich kleiner geworden, denn man hatte in den vergangenen Jahren einen Längsgang weniger in der Halle 3.0 eingeplant. Kleiner bedeutet vielleicht schlechter, könnte man meinen. Aber das Gegenteil war der Fall. Durch eine geschickte Planung war der Signierbereich nun nicht mehr chaotisch auf das Comiczentrum verteilt. In den vergangenen Jahren hatten man Signiertische hinter der Bühne platziert, die oft Anlass zur Beschwerde gegeben hatten. Denn man hatte sie manchmal nicht richtig gefunden. In diesem Jahr waren zwei große rote Blöcke im linken Bereich des Zentrums aufgebaut. Vor und hinter jedem Block waren je zwei Signiertische platziert worden. Das brachte eine Struktur rein und sorgte für relativ klare Schlangen vor den Künstlern. Die Blöcke wurden mit Kreide beschriftet, so dass auch für diejenigen, die vom Gang aus auf die Signiertische blickten, erkennbar war, wer dort gerade saß. Auch das eine deutliche Verbesserung.

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Je nachdem, wen man gefragt hat, war der im Comiczentrum platzierte Gemeinschaftsstand gut oder schlecht. Man musste sich letztendlich hinsetzen, um festzustellen, wie gut er wirklich war. Es gab Tische für die Verlagsvertreter, um dort Termine abzuhalten und wirklich nicht unwichtig: Es gab eine ständige Betreuung. Setzte man sich hin, bekam man sehr schnell Getränke und etwas zum Knabbern angeboten. Ein wirklich toller Service, der allgemein gelobt wurde. Die gleichen Mitarbeiter kümmerten sich auch um die Verpflegung der Künstler. Ein Service, den es auch schon in den vergangenen Jahren gab, aber der nicht unerwähnt bleiben sollte.

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Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und die diesjährige Bühne war dieser Schatten. Ursprünglich war die Bühne im nebenliegenden neuen Hotspot Kids & Comics geplant gewesen. Es stellte sich aber noch beim Aufbau heraus, dass diese Planung fehlgeschlagen war. Die Bühne dort war zu klein, der Zuschauerraum ebenfalls und dann auch noch zwischen Ausstellern eingepfercht. Der zu erwartende Publikumsansturm hätte dies alles zum Platzen gebracht. Also wurde die Bühne wieder ins Comiczentrum geholt. Dort wo eigentlich nur die Cafeteria geplant war, wurde sie aufgebaut. Und die Prophezeiung, dass der Platz davor ebenfalls nicht ausreichen würde, sollte sich bei einigen Veranstaltungen bewahrheiten. Der Gang, der zwischen den Ständen von Mosaik und Splitter und der Bühne lag, war am Wochenende regelmässig schwer passierbar. Und auch während der Woche war das Ganze ab und zu problematisch. Viele Zuschauer wichen auf den Gang zwischen Hotspot und Bühne aus.

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Der Hotspot Kids & Comics
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Die Bühne des Comiczentrums wird gerade gereinigt


Interessanterweise ist die Problematik mit dem Andrang vor der Bühne aber nur aus der Sicht eines Besuchers zu beobachten gewesen. Denn Dirk Schulz von Splitter erzählte uns auf Nachfrage, dass für sie gar kein Problem bestanden hat. Ganz im Gegenteil waren sie hochzufrieden mit der Messe und konnten viele neue Kontakte verzeichnen. Da mag sicher auch das Programm einen Anteil daran gehabt zu haben, denn zum Einen hatten die Schlümpfe einen eigenen Stand und lenkten sicher einige Besucher zu Splitter. Dann waren da auch die 5.000 Schlumpfcomics, die Splitter auf der Messe verschenkte und die am Samstag Nachmittag bereits komplett weg waren. Aber auch die fünf deutschen Comicbände werden ihren Anteil gehabt haben. Auch der Mosaik-Verlag war sehr zufrieden mit dem Publikumsandrang und konnte keine Beeinträchtigung durch die Bühne feststellen. Und so ist es interessant, wie sehr das Empfinden eines Besuchers sich vom Empfinden eines Verlages unterscheidet.

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Mosaik
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Splitter


Neben Schreiber & Leser, war auch Cross Cult dem Comiczentrum ein wenig abtrünnig geworden. Zwar noch in derselben Halle und Luftlinie vermutlich nur 50 Meter entfernt, hatte man versucht sich der Belletristik anzunähern. Zwar räumte Andreas Mergenthaler im Gespräch ein, dass man neue Besucher angelockt hatte, aber gerade das Thema Walking Dead in diesem Bereich der Halle eher falsch aufgehoben war. „Der Standort war nicht der Weisheit letzter Schluss,“ meinte er dann auch. Fürs nächste Jahr wird man sich bei Cross Cult wieder Gedanken machen, aber sicher der Halle 3.0 treu bleiben.

Rossie Schreiber von Schreiber & Leser indes war über den Umzug in Halle 4.1 nicht sehr glücklich. In den zwei Tagen, in denen sie selbst da war, kamen so gut wie gar keine Besucher bei ihrem Stand vorbei.

Philipp Schreiber, der ab Januar die Verlagsleitung bei Schreiber & Leser übernehmen wird, äußerte sich ganz ähnlich. Auch wenn es am Wochenende dann besser wurde und mehr Andrang da war (was sowieso allgemein der Fall war), ist er sich recht sicher, dass es zumindest nicht wieder Halle 4.1 werden wird. Die Zukunft des Verlags auf der Buchmesse ist noch ein wenig ungewiss, aber ihm wäre ein Gemeinschaftsstand mit den anderen Verlagen, die über MSW Medienservice vertreiben, am liebsten. Und die Chancen dafür scheinen inzwischen recht gut zu stehen.

Interessanterweise waren mehr ausländische Comic- bzw. Manga- und Manhwa-Verlage im Bereich des Comiczentrums vertreten. Eine Entwicklung, die sich ruhig fortsetzen könnte. Die Buchmesse ist nun einmal eine internationale Messe, bei der es sehr positiv wäre, wenn zum Beispiel die französischen Verlage ebenfalls im Comiczentrum vertreten wären. Das würde auch die gemeinsamen Geschäfte deutlich erleichtern.

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Neben dem Comiczentrum gab es dieses Jahr zum ersten Mal den Hotspot Kids & Comics, auf dem sich einige Aussteller tummelten, die man zum Großteil noch nicht kannte. Es war zu beobachten, dass der größere Besucherandrang beim Comiczentrum herrschte, auch wenn sich die Hotspot-Aussteller sicher nicht über Desinteresse beklagen konnten ganz im Gegenteil. Aber die beiden Angebote standen nebeneinander und waren irgendwie nicht miteinander verbunden. Und das könnte noch eine interessante Perspektive sein.

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Insgesamt kann man sagen, dass das Comiczentrum in diesem Jahr eine interessante Entwicklung durchgemacht hat, die aber noch nicht am Ende angekommen ist. Man hat mit einem neuen Standort und einem neuen Aufbau experimentiert. Der Standort selbst hat sehr gut funktioniert, der Aufbau - wenn man von der Bühne absieht - ebenso. Und da einige der Verlage, die weggegangen waren, wieder zurück kommen wollen, ist zumindest eines sicher: Der Umbau hat etwas bewirkt.

Ein wirklich interessanter Vorschlag kam übrigens von Mechthild Bücker, die beim Mosaik Verlag arbeitet. Sie schlug vor das Ganze wie einen Marktplatz aufzuziehen. Das Comiczentrum mit der Bühne in der Mitte, die Verlagsstände außen herum. Ob das technisch und budgetmäßig machbar wäre, ist noch eine ganz andere Frage, denn dann müsste die Leinwand der Bühne von allen Seiten aus sichtbar sein. Aber es ist ein interessanter Vorschlag, über den man ja mal nachdenken kann.

Daten dieses Berichts
Bericht vom: 24.10.2011 - 13:43
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Bernd Glasstetter
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