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Die Perücke zum Kostüm - eine haarige Angelegenheit
Noch grade rechtzeitig um letzte Tipps zur Vorbereitung auf die heutige Deutsche Cosplaymeisterschaft zu geben, fand gestern ein Workshop zur Bändigung der Perücke statt. Veranstaltet wurde er von Nathalie „Makkuro“ Quillmann von myCostumes, und ganz offenbar wusste sie, wovon sie spricht. Bekleidet im hauseigenen Kostüm mit myCostumes-Aufdruck, konnte sie sich vor dem leider recht übersichtlichen Publikum an mehreren unterschiedlichen Perücken austoben und hatte auch keine Scheu davor, ein Meter lange pinke Haare einfach abzuschneiden. Das hätte mir als Langhaarträgerin wahrscheinlich eine sonderbare Überwindung abgefordert. Aber nun zur Sache!

Perücken gibt es nur in Einheitsgröße, sie können aber mit den eingenähten Häkchen an Gummibändern verkleinert werden. Diese Häkchen werden übrigens nicht miteinander verhakt, sondern direkt an der Perückeninnenseite befestigt. Hat Mann oder Frau einen zu großen Kopf, besteht allerdings immer noch die Möglichkeit, Perücken in Übergröße anfertigen zu lassen. Die Haare sind nicht echt, sondern werden in Japan hergestellt, wenn ich das richtig verstanden habe. Mit der Perücke wird ein Haarnetz mitgeliefert, das sich aber nur zur Aufbewahrung der Perücke eignet.

Jetzt geht’s daran, die Perücke aufzusetzen. Wenn man lange (eigene) Haare hat, sollte man sie hochstecken. Das geht am besten, wenn man nicht einen großen Haarknoten macht, sondern mehrere Strähnen einzeln hochsteckt. Merke: „Zu viele Haarnadeln gibt es nicht!“ Als nächstes kommt die Haube. Das kann entweder eine normale Perückenhaube sein, oder eine selbstgebastelte aus einer alten Strumpfhose; Badehauben sind allerdings nicht zu empfehlen. Als nächstes wird dann die Perücke aufgesetzt, das geht am besten zu zweit. Einer fixiert die Perücke an der Stirn, so dass sie richtig sitzt, und der andere zieht sie dann über den Kopf. Wichtig ist, sie richtig drüber zu ziehen und nicht nur „aufzusetzen“. Dann sollte man das Ganze wieder mit Haarnadeln fixieren, und zwar indem man sowohl die Perücke als auch die Haube zusammen mit Haarnadeln feststeckt. Dann sollte die Perücke bombemfest sein. Ist das nicht der Fall, sind entweder zu wenig Haarnadeln benutzt worden, oder die Haube ist zu lose.

Nun kann es sein, dass einem der Pony vor den Augen hängt. Meist haben Perücken einen sehr langen Pony, damit man mehr Spielraum für individuelle Frisuren hat. Abschneiden geht schließlich immer. Will man nichts abschneiden, besteht die Möglichkeit, die hintere Ponypartie nach hinten zu legen und festzustecken, und den Rest kann man gut antoupieren, damit er wenigstens nicht mehr platt auf der Stirn liegt.

Durch das Tragen tendieren Perücken dazu, besonders im Nackenbereich durch die Reibung mit der Kleidung zu verfilzen. Das lässt sich aber beheben, indem man die Haare erstmal bürstet (bei langen Haaren unten anfangen), sie dann über eine Bürste gleiten lässt und gleichzeitig mit einem Fön erhitzt. Dabei muss natürlich darauf geachtet werden, dass die Perücke hitzebeständig ist. Pflegeöl oder Silikonspray für Perücken wirken übrigens wie eine Pflegekur, nur ohne Auswaschen.

Möchte man der Perücke Locken verpassen, geht das mit jedem gängigen Mittel: Papillotten, Lockenwickler, Heißwickler, Strähnen flechten… Heißwickler gehen wahrscheinlich am besten, kosten aber einiges. Man kann auch einfach die Haare auf Lockenwickler rollen, die Perücke über der Wanne mit heißem Wasser übergießen und die Lockenwickler wieder rausholen, wenn die Haare getrocknet sind. Möchte man die Locken wieder entfernen oder generell die Haare glätten, kann man zum Beispiel ein hitzeverstellbares (!) Glätteisen benutzen und es über einzelne Strähnen ziehen (aber nicht an einer Stelle bleiben). Das Glätteisen darf nicht heißer as 120 Grad sein.

Will man einen Scheitel fixieren oder mehr Haare dem Pony hinzufügen, kämmt man die Haare in die gewünschte Richtung und „fixiert“ das Ganze dann mit einem Fön, den man eng an den liegenden Haaren vorbeiführt. Auch hier immer bewegen, nicht an einer Stelle stehen bleiben.

Wenn die Perücke besonders lange Haare hat und man Zöpfe machen möchte, bietet es sich an, statt Gummis Haarbänder zu benutzen. Hierbei handelt es sich um ein Gummi, dessen Enden nicht zusammen geklebt sind, sondern das an den Enden Haken hat. Man formt einen Zopf, hakt einen Haken in die Haare, wickelt das Gummi um den Zopf, und hakt am Ende den anderen Haken auch in die Haare. Hält angeblich sehr gut, und man hat keine Probleme mit frickeligen Haaren rund ums Zopfgummi. Am besten macht man Zöpfe übrigens, wenn die Perücke auf einem Styroporkopf sitzt. Wichtig ist hierbei, die Perücke komplett drüber zu ziehen und auch unten zu fixieren, damit man nicht die Haare sosehr zusammen zieht, dass die Perücke hinterher nicht mehr auf den Kopf passt.

Will man Spikes formen, nimmt man eine Strähne, bringt sie ungefähr in Position, sprüht sie von allen Seiten mit Haarspray ein (z.B. taft 5), formt den Spike, während das Spray noch feucht ist, und lässt es dann trocknen. Schneller geht das, wenn man noch mal kurz mit dem Fön drangeht. Wird der Spike nicht mehr benötigt, kann man ihn einfach ausbürsten. Wenn die Spikes zu lang sind, schneidet man die Haare am besten ab, bevor man sie stylt, sonst entstehen hässliche Kanten.

Apropos Haare abschneiden: Wenn es natürlich aussehen soll, schneidet man am besten nicht einfach glatt ab, sondern genau wie beim Friseur mit der Schere nicht quer, sondern spitz zur Kante, so dass keine glatte Linie entsteht, dafür sind viele kleine Schnitte notwendig. Oder man besorgt sich so ein Friseurmesser mit Rasierklinge und schrappt mehrfach an der Strähne dran lang.

Zum Abschluss der Veranstaltung durften noch Fragen gestellt werden, und ich habe bei der Gelegenheit meine jahrelange Neugier gestillt und gefragt, wie man eigentlich die Sailormoon-Frisur hingekommt. Was bei Nathalie Quillmann ein schräges Lächeln ausgelöst hat, mit der Bemerkung „Diese Frage kommt jedes Mal!“ Das bedeutet, dass auch unter euch diese Frage bestimmt schon kursiert, also lasst euch gesagt sein: Es ist total schwierig! Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man besorgt sich Heißkleber und Styroporkugeln vom Bastelbedarf, macht ein Loch durch die Styroporkugel, und wickelt und klebt die Haare drum rum, und hinterher gegebenenfalls noch nen Zopf dran – oder man macht es so, wie es eigentlich auch gedacht ist, dreht sich Schnecken und lässt die restlichen Haare runterhängen. Dann braucht man natürlich ewig lange Haare…

Aber generell gilt, der Fantasie und den Haarnadeln sind keine Grenzen gesetzt!



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 16.10.2011 - 20:33
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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