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Max Narciso und Anna, Bella und Caramella

Am Samstag trat Max (Massimiliano) Narciso auf der Bühne des Comiczentrums auf. Seit 1997 arbeitet der Künstler mit dem Mosaik-Verlag zusammen und gestaltet derzeit vor allem die Serie Anna, Bella und Caramella. In einem kleinen Zeichenworkshop zeigte Max, wie eine Seite bei dieser Serie entsteht.

Wie entsteht eine Zeichnung?
Auf einer leeren Seite wird ein Storyboard gezeichnet. Im Comic gibt es keine Zwischentexte, nur persönliche Anreden. Also werden Skizzen angefertigt, um die Gefühle darzustellen. Wie der Verlagschef Klaus D. Schleiter erläutert, könnten Laien diese Skizzen vielleicht nicht verstehen, dafür aber das Team, das eng mit dem Künstler zusammenarbeitet. Jedes einzelne Panel wird diskutiert. Im Mosaikverlag hat jeder das Recht, seine Verbesserungsvorschläge einzubringen. Der deutsche Autor entwickelt das Storyboard, übersetzt es dem italienischen Künstler, der sich dann wiederum Notizen in seiner Muttersprache macht. Grobe Vorzeichnungen geben dem Humor eine Richtung, eine Dynamik.

Dann geht es an die wirklichen Zeichnungen. Was früher mit Tusche erfolgte, wird jetzt am Computer gemacht, das bedeutet auch keine schwarzen Hände mehr. Der Tusche-Effekt bringt Konturen in die Zeichnung. Mit dem bei Zeichnern sehr beliebten Syntic Monitor kann Max direkt auf dem Monitor zeichnen, ohne Papier. Dafür gibt es sehr empfindliche elektronische Stifte. Im Verlag arbeitet die Hälfte der Leute mit Syntec, die andere Hälfte mit der herkömmlichen Zeichenmethode.

Um das große Foto zu sehen, bitte hier klicken!
Zeichen-Workshop mit Max Narciso
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Zeichen-Workshop mit Max Narciso
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Zeichen-Workshop mit Max Narciso


Das ganze Verlagsgebäude ist vernetzt. Damit keine Daten verloren gehen, gibt es ein zentrales Backup-System, das alle Rechner im Minutentakt sichert. So entstehen wenn, dann nur geringe Datenverluste, sollte ein Rechner abstürzen. Max selber arbeitet mit einer Datensicherung auf zwei Festplatten.

Wie lange braucht ein Comic?
Ein Heft benötigt zweieinhalb Monate, mit Fine-Tuning, Text und Druckerei. Max arbeitet dabei drei Tage an einer Seite. Kolorieren muss er übrigens nicht selbst, worüber er sehr glücklich ist.


Wie wird man Comiczeichner beim Mosaik Verlag?
Max lernte in der berühmten Disneyakademie in Mailand. Max selbst findet es wichtig, ganz verschiedene Figuren zu zeichnen und sich so selbst herauszufordern. Wer immer nur eine Figur zu zeichnen übte, hätte bei einem Probetag im Mosaik-Verlag keine Chance. Max hat damals mit Zeichentrickfiguren begonnen. Er meint, was man unbedingt will, schafft man auch ohne Schule. Befragt, was er besonders an seinem Job liebe, antwortet er, dass er kein Künstler sei. Sein Job ist es, eine Geschichte zu kommunizieren. Er habe lediglich etwas gelernt und dann hätten sich ihm 1000 Türen geöffnet.

Klaus Schleiter traf den damals 17-jährigen Narciso auf der Frankfurter Buchmesse. Er brachte eine Mappe mit, zeichnete zwei Seiten und der Verlagschef wusste: „Den brauchen wir!“ Dann schnappte sich das italienische Militär den jungen Mann, doch danach wurde die Zusammenarbeit in Berlin fortgesetzt.

Max empfindet Italien und Spanien als die besten Ausbildungsländer für Zeichner. Max hat den neuen Comic zu „Disney´s Alice im Wunderland“ gezeichnet. Heute ist er in Italien Supervisor für andere Zeichner. Er arbeitet zu 60% für den Mosaik-Verlag und zu 40% für Disney.



Daten dieses Berichts
Bericht vom: 18.10.2011 - 23:56
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Judith M. Schepers
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