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Sondermann 2011 - Bericht und Fotos

Und endlich kommt auch mal ein etwas ausführlicherer Bericht, das wurde ja wirklich Zeit!

Liebe Comicgemeinde, wieder einmal haben wir uns bei der Bühne im Comic Zentrum der Buchmesse zusammengefunden, um der alljährlichen Preisverleihung des Sondermann beizuwohnen. Und zur Feier des Jahres gab es neue Geräusche zur Präsentation des Sondermann-Newcomer-Award, die fast spektakulärer klangen als die für die regulären Preise.

Um gar nicht lang drumrum zu reden: Der Preis für den besten Newcomer ging an Asja Wiegand, für den Blog bzw. ihr Onlinetagebuch „Gestern Noch“ auf gesternnoch.blogspot.com. Stefan Pannor von Spiegel Online hielt die Laudatio und hob an ihrem Tagebuch-Strip vor allem hervor, dass er nicht auf Gags abzielt, sondern tatsächlich wie ein Tagebuch zu lesen ist. Das beinhaltet auch, dass keine Erklärungen stattfinden, und dass sich die Strips immer mit dem aktuellen Leben Asja Wiegands befassen (wobei sie seit etwa einem Jahr nicht mehr täglich updatet). Den roten Faden entdeckt man erst, wenn man der Erzählung dauerhaft folgt und die dargestellten Ereignisse langsam zuordnen kann. Der Preis ist übrigens mit 1000€ dotiert, und hilft ihr hoffentlich dabei, wieder regelmäßiger upzudaten.

Für den Sondermann Comic International waren nominiert: Die Ducks – Eine Familienchronik; von diversen Zeichnern (Ehapa Comic Collection), Logicomics von Doxiadis / Papadatos / Papadimitriou (Atrium), und die dritte Nominierung hat auch gleich den Preis abgeräumt: Das Leben von Anne Frank, von Ernie Colon und Sid Jacobsen (Carlsen). Da beide Zeichner bereits über 80 Jahre alt sind, sind sie verständlicherweise nicht für die Chance zu gewinnen angereist. Dafür kamen der amerikanische und der deutsche Verleger in den Genuss, die Preise entgegen nehmen zu dürfen. Sid Jacobsen ist übrigens im selben Jahr wie Anne Frank geboren worden, erzählte sein Verleger, und das hat bei ihm ein besonderes Interesse an diesem Werk ausgelöst, er ist sogar nach Amsterdam geflogen um sich das Geburtshaus von Anne Frank anzuschauen. Die paar Bilder aus dem Comic, die wir zu Gesicht bekommen haben, waren wirklich sehr ausdrucksstark und eindringlich. Kein Wunder, schließlich handelt es sich bei den Zeichnern im wahrsten Sinn des Wortes um Altmeister!

Kommen wir zur nächsten Kategorie: Comic National (Eigenpublikation)! Hier waren die Nominierten: Antityp von Ralf König (Rowohlt), Baby’s in Black von Arne Bellstorf (Reprodukt) und der Gewinner war Haarmann von Isabel Kreitz und Peer Meter (Carlsen Comics). Die beiden waren anwesend und haben sich sehr gefreut. Wir haben erfahren, dass „Haarmann“ der zweite Teil einer Trilogie über einen Serienmörder ist und jeder Teil von einem anderen Zeichner gezeichnet wird (in diesem Fall also Isabel Kreitz). Der letzte Teil soll 2013 rauskommen und „Fassmanns Bruder Vasmers Bruder“ heißen. [Anmerkung der Redaktion: Der Titel wurde falsch tradiert.] Generell geht es darum herauszufinden, wie eine Gesellschaft sein muss, damit ein Fall wie mit diesem Serienmörder sich überhaupt so entwickeln kann. Nun muss ich gestehen, dass ich mich nicht mit der Geschichte dieses Mörders befasst habe, aber Peer Meter hat sich intensiv mit diesem Fall und Gerichtsmaterialien beschäftigt und meint, dass man zu dem Schluss kommen kann, dass der Mörder geradezu von der Polizei gedeckt worden ist. Der dritte Band wird in der Gegenwart spielen und sich damit beschäftigen, wie schnell ein Serienmörder jemanden „in sich reinziehen kann“. Genau das ist nämlich dem Autor passiert, als er sich durch die ganzen Originaldokumente gewühlt hat; er vergleicht das mit dem Film „Das Schweigen der Lämmer“. Das wird bestimmt spannend.

Nominiert für Manga International waren Fairy Tail 4 von Hiro Mashima (Carlsen Manga), Naruto 45 von Masashi Kishimoto (Carlsen), und Vampire Knight 9 von Matsuri Hino (Carlsen Manga). Zur Abwechslung hab ich den Gewinner mal direkt am Anfang genannt! Hiro Mashima ist leider auch nicht extra angereist, aber er hat eine Originalzeichnung an die Buchmesse geschickt um seinem Dank Ausdruck zu verleihen, was die Moderatoren Wolle Strzyz und Andreas Blatthaus von der FAZ sichtlich gefreut hat. Bei Fairy Tail handelt es sich um einen Shonen Action Manga, in dem eine wilde Truppe eine Art Gilde bildet, Magier kommen auch drin vor, und das Ganze ist etwas ungewöhnlich aber durch die spaßigen, ambivalenten Figuren sehr gut… So oder ähnlich wurde dieser Manga kurz für uns zusammen gefasst.

In der Kategorie Manga National Eigenpublikation hat diesmal ein Manga gewonnen, der auf einer deutschen Romanvorlage basiert. Damit ist natürlich klar, um wen es sich handelt, und ich kann jetzt auch erstmal wieder entspannt die beiden anderen nominierten Werke nennen: Es handelt sich um Life Tree’s Guardian 4 von Natalie Wormsbecher (Tokyopop) und Personal Paradise – Killer Kid 2 von Melanie Schober (Carlsen). Gut, jetzt die Gewinnerin: Die Wolke, gezeichnet von Anika Hage, geschrieben von Gudrun Pausewang, und den meisten von uns bestimmt aus der Schule bekannt, darum gehe ich nicht näher drauf ein. Anika Hage selbst hat nicht besonders viel erzählt, hat aber erwähnt, dass sie die Buchvorlage zwar kannte, als sie mit der Adaption begonnen hat, dass ihr aber nicht bewusst war, dass das Buch so sehr bekannt ist. Das war auch gut so, denn sonst hätte sie wahrscheinlich unter großem Druck gestanden, meinte sie. Ich bin gespannt, ob der Manga von den Massen so gut angenommen wird wie das Original. Aktuell ist es ja schließlich immer noch.

Das bringt uns zu der neu eingerichteten Kategorie Websondermann, auch dieser ist mit 1000€ dotiert (gespendet von mycomics.de). Neben dem Gewinner waren Fahrradmod von Tobi Dahmen und Pinkmützchen von Dagmar Gosejacob nominiert. Gewonnen hat Entoman von David Füleki, der seinen Auftritt auf der Bühne sichtlich genossen hat und erstmal klargestellt hat, dass er nicht deswegen eine Ente als Held gewählt hat, weil die Ducks so beliebt sind, sondern weil diese Figur seinen Fans so gut gefällt und überhaupt eher alle andern am Erfolg seiner Ente teil haben wollen. So ganz ernst konnte man ihn nicht nehmen, und da das wohl auch durchaus so gewollt war, war das eine sehr unterhaltsame Episode auf der Bühne.

Schlussendlich wurde auch wieder der Jury-Preis Bernd Pfarr-Sondermann für komische Kunst vergeben, der dieses Jahr an Eugen Egner geht. Die Laudatio hielt F.W. Bernstein und lobte Egner als Meister der Groteske, der nicht nur zeichnet, sondern auch schreibt und Musik macht. Bernstein gratulierte zudem nicht nur Egner zum Preis, sondern auch den Juroren zum Preisträger und forderte nach Herbert Rosendorfer dazu auf, Egner den Nobelpreis zu verleihen, oder ihn doch wenigstens zum Papst zu wählen. Egner selbst tritt weit weniger überschwänglich auf, lässt sich aber bereitwillig darauf ein, ein bisschen zu seinen Nebenhobbies zu sagen und stellt klar, dass er eigentlich viel mehr schreibt als zeichnet, zum Beispiel für Titanic und die FAZ, und dass die Musik eine Liebelei ist, mit der er aber nur hin und wieder mal Geld verdient und das auch gar nicht wirklich anpeilt.

Und damit ging eine weitere Sondermann-Preisverleihung zu Ende, trotz des letzten Preisträgers deutlich weniger grotesk als noch vor 2 Jahren, und am Ende habe ich es sogar geschafft, die Trophäen, die ich bisher als Sondermann in der Badewanne erkannt zu haben glaubte, statt dessen als Sondermann hinter einem grünen Schreibtisch zu enttarnen. Wenn ich drüber nachdenke, macht das auch mehr Sinn so.


Die Gewinner des diesjährigen Sondermann sind:

Sondermann-Newcomer-Award: Asja Wiegand

Sondermann Comic International: Das Leben von Anne Frank von Ernie Colon und Sid Jacobson (Carlsen Comics)

Sondermann Comic National (Eigenpublikation): Haarmann von Isabel Kreitz und Peer Meter (Carlsen Comics)

Sondermann Manga International: Fairy Tail 4 von Hiro Mashima (Carlsen Manga)

Sondermann Manga National (Eigenpublikation): Die Wolke von Anike Hage (Tokyopop)

Web-Sondermann: Entoman von David Füleki

Bernd-Pfarr-Sondermann für komische Kunst: Eugen Egner

Hier unsere Bilder dazu:

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Der Sondermann 2011
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Der Sondermann 2011 - Isabel Kreitz
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Sondermann 2011 - Peer Meter + Isabel Kreitz
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Der Sondermann 2011 - Asja Wiegand
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Der Sondermann 2011 - Wolle Strzyz
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Der Sondermann 2011 - Stefan Pannor
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Daten dieses Berichts
Bericht vom: 16.10.2011 - 09:53
Kategorie: Tagebuch
Autor dieses Berichts: Skrollan Kannengieer
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