SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb
10 Jahre Die Virtonauten von Remory


In der Datenbank befinden sich derzeit 90 Artikel. Alle Artikel anzeigen...

Interview mit Reinhard Kleist
Wie entstand die Idee zur Serie Berlinoir?
Die Idee hatten Tobias O. Meissner und ich gemeinsam. Wir wollten etwas Vampiristisches machen und kamen auch sehr schnell auf die politisch satirische Dimension des Stoffes. Kennen gelernt haben wir uns whrend einer Signierstunde in Frankfurt zur Buchmesse.

Was fasziniert Dich besonders am Vampir-Mythos?
Sicherlich das dstere Setting, in das man die Geschichten um Vampire packen kann. Ich bin jetzt kein so groer Fan von der romantischen Verklrung ala Stephanie Meyer oder Anne Rice. Bei unserem Skript mochte ich die sehr deutliche und etwas platte Metapher der Blutsaugenden Mchtigen.

Hast Du besondere Quellen ber Vampire zu Rate gezogen?
Nein, da ist Tobias sicherlich der grere Experte. Er wusste auch, dass Vampire von flieendem Wasser gelhmt werden. Mir gnzlich unbekannt. Ich habe es auch geschafft, ein paar Mal einen Schatten oder eine hbsche Spiegelung von einem Vampir zu zeichnen, was sich natrlich fr einen 100-prozentigen Nocturnisten (auch Tobias Wortschpfung) nicht geziemt.

Wie schaffst Du es eigentlich thematisch so unterschiedliche Stoffe, wie beispielsweise den Havanna-Comic und jetzt Berlinoir, so schnell hintereinander zu bearbeiten? Gibt es bei so unterschiedlichen Stoffen keine Probleme? Oder anders: Wie bereitest Du Dich auf ein neues Album vor?
Sicherlich gibt es da Probleme, besonders in der Vermarktung. Jemand der Berlinoir kauft, interessiert sich wahrscheinlich nicht so sehr fr meine Begegnungen mit Havanna. Ich denke aber nicht so. Wenn mich ein Stoff anspricht, mchte ich mich auch damit beschftigen, auch wenn es nicht in meine Schublade passt. Die Idee einen Reisecomic/Bildband zu machen hat mich sofort begeistert, gerade weil es etwas anderes ist, als im Atelier zu hocken und kleine Kstchen vollzupinseln. Auf Havanna habe ich mich dann auch sehr intensiv vorbereitet. Viel gelesen, die Geschichte des Landes studiert, Kontakte zu Leuten aufgebaut, die aus Kuba stammen oder etwas mit dem Land zu tun haben, mit der kubanischen Botschaft verhandelt.
Auch bei Cash habe ich intensiv recherchiert. Bei Berlinoir nicht so viel. Da hat ja Tobias das Drehbuch verfasst, ich konnte in den Zeichnungen meine Affinitt zu morbiden, gewaltigen Stadtansichten ala "Metropolis" oder "Blade Runner" oder zu Bildern aus "M - Eine Stadt sucht einen Mrder", "Caligari" oder Mafiafilmen wie "Es war einmal in Amerika" oder dem "Paten" und hnlichem ausleben.

12_10_MG_6629

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Tobias O. Meissner? Hab Ihr Euch regelmig zusammengesetzt oder lief der Kontakt hauptschlich via Mail?
Wir haben uns erstmal verstndigt, was wir wollen. Dann hat Tobias sich hingesetzt und hat ein Treatment geschrieben. Zuerst war ich nicht sehr begeistert. Er dachte mir zu tableauartig, wie in meinem ersten Comic "Lovecraft". Ich wollte mehr Action und Erzhlung. Dann habe ich etwas darin herumgeschrieben und an den Schluss noch eine Schlgerei eingebaut (vor allem, weil ich meine damaligen Galeristen Uli und Oli, auch bekannt als Sideburns & Switchblades, vom Hochhausdach stoen wollte) und es ging. Tobias war einverstanden, wir haben uns ein paar Mal getroffen und die nderungen durchgesprochen. Mail ging nicht, da Tobias nicht so ein Digitaler ist. Er hat ja nicht mal ein Handy und zu der Zeit hat er noch auf einem Amiga geschrieben. 2002, nicht 1980!

Stand der Verlauf der Geschichte schon vor dem ersten Band fest oder hat sich die Geschichte im Laufe der Zeit entwickelt?
Nein, wir haben es erst Band fr Band entwickelt. Der erste Teil sollte recht rund sein, weil wir erst einmal schauen wollten, ob das Projekt bei den Leuten ankommt. Da der erste Teil gut lief, haben wir uns an die Fortsetzung gemacht.

Der dritte Band der Berlinoir-Saga hat ja wieder einmal einen sehr groen Zuspruch erhalten. Schliet Du aus, dass Du diesen Stoff noch einmal wieder aufgreifst?
Jetzt ist die Geschichte zu Ende erzhlt. Ich denke im Moment nicht daran eine Fortsetzung zu zeichnen, ich habe andere Projekte im Kopf. Das ist meine Krux, bzw. auch die der Leser: Berlinoir hat viel zu lange gedauert, weil ich so viele unterschiedliche Ideen im Kopf habe.

Welche Projekte hast Du jetzt als nchstes im Kopf?
Gerade arbeite ich am nchsten grossen Biografie Projekt fr Carlsen. Die Reise nach Kuba habe ich ja auch unternommen um dafr zu recherchieren. Ein Hinweis: Es ist nicht Che Guevara.

Vielen Dank fr das Gesprch!
Das Interview fhrte Bernd Hinrichs.

Bild: (c) Torsten Goltz, aufgenommen auf der Frankfurter Buchmesse 2007. Das Bild unterliegt der Creative Commons 3.0 Lizenz.



Persönlichen Bookmark setzen für diese Seite
Diese Seite als Bookmark bei Blinklist hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei del.icio.us hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Digg hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Fark hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Furl hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Google Bookmarks hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Mister Wong hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei myYahoo hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Netscape hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Newsvine hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Reddit hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei StumbleUpon hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Technorati hinzufügen   Diese Seite als Bookmark bei Yigg hinzufügen  
Oder diesen Dienst benutzen: Social Bookmark Button

Artikel vom: 17.12.2008
Kategorie: Interviews
Autor dieses Artikels: Bernd Glasstetter
«« Der vorhergehende Artikel
Rubine - Eine starke Frau
Der nächste Artikel »»
Jahresrückblick 2008
Benotung
Benotung: 2 (1 Stimme)
Benotung
Du kannst diesen Artikel hier benoten. Die Benotung erfolgt mit Sternen. Keine Sterne entsprechen der Schulnote 6. Fnf Sterne entsprechen der Schulnote 1. Oder schreib doch einfach einen Kommentar!
Schulnote 1Schulnote 2Schulnote 3Schulnote 4Schulnote 5Schulnote 6
Das sagen unsere Leser
Zu diesem Beitrag existieren noch keine Kommentare unserer Leser. Wenn Du möchtest, kannst Du einen Kommentar zu diesem Beitrag beisteuern. Klicke dazu hier...


Reinhard Kleist
Das Splashpages-Dossier zu Reinhard Kleist
Comics - Artikel: Interview mit Reinhard Kleist
Externer Link: Interview mit Reinhard Kleist auf der Buchmesse 2008
Comics - Rezensionen: Havanna
Comics - Rezensionen: Berlinoir
Comics - Specials: Comicer ohne Grenzen
Comics - Specials: Deutsche Comiczeichner
Comics - Rezensionen: The Secrets Of Coney Island
Comics - Rezensionen: Elvis: Die illustrierte Biografie
Comics - Rezensionen: Cash - I see a darkness
Comics - Rezensionen: Cash: I See A Darkness Luxusedition
Comics - Aktuelles: Reinhard Kleist bloggt aus Havanna
Comics - Aktuelles: Kleist mit Cash ins Ausland