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Weihnachten 2014


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Der Tablet-Krieg hat begonnen
So zumindest untertitelt die New York Times einen Artikel, der die Frage aufwirft, ob die Superhelden in Amerika der Preis oder das Opfer im Krieg der Tablet-Computer sein werden.

Um was geht es konkret? Amazon hat einen speziellen Deal mit DC ausgehandelt. Ziel: Den Kindle Fire so attraktiv wie möglich zu machen. Der Deal beinhaltet die exklusiven digitalen Rechte von ungefähr hundert populären Graphic Novels aus dem Hause DC, darunter Superman, Batman, Green Lantern, The Sandman und Watchmen.

Dies hatte zum Anlass, dass Barnes & Nobles - die Nummer 1 der Buchhändler in den USA - einen drastischen Schritt ging. Vor zwei Wochen wurden alle Bände der gedruckten Versionen der oben genannten Graphic Novels aus deren insgesamt 1.300 Läden entfernt. Man ließ verlautbaren, dass man keine Bücher verkaufen würde, bei denen man nicht auch die digitalen Versionen auf dem hauseigenen Reader anbieten könne. Books-a-Million mit 231 Geschäften die Nummer drei im amerikanischen Buchhandelsmarkt, ging vergangene Woche denselben Weg mit denselben Argumenten.

Insgesamt ist das eine schwierige Situation und ein jeder an diesem Konflikt beteiligte muss um seine Kundschaft bangen. DC fürchtet sich vor den jungen Lesern, die inzwischen lieber alles digital als analog lesen. Die Buchhändler fürchten sich vor Amazon, da sie sich nur noch als Ausstellungsraum für deren digitale Angebote sehen. Und Amazon selbst fürchtet sich davor die eigene Dominanz im Online-Buchmarkt zu verlieren. Denn schließlich gibt es da noch das iPad von Apple, das auf seine eigene Art und Weise äußerst dominant bei den Tablets ist.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite kann man jeden dafür kritisieren seine Marktmacht auszuspielen. DC an vorderster Front sich überhaupt auf einen Anbieter festzulegen und damit seine Leser auf ein Gerät festzulegen. Amazon, weil es seine Marktmacht weiter ausbauen will und die Buchhändler, weil sie ihren Kunden Ware vorenthalten.

DC immerhin hat die Situation erkannt und schon reagiert. Man ließ verlautbaren, dass die Comics auch auf anderen Geräten zu haben seien, aber eben über die Kindle App, die es auch für i-Geräte gibt. Wann dies allerdings der Fall sein wird, ist noch nicht klar. Amazon jedenfalls schweigt sich derzeit aus. Es sollte aber nicht zu lange dauern, denn die Fans sind nicht amused und drohen damit die Comics auf ihren nicht-Amazongeräten eben illegal herunter zu laden. Und doch könnte es lange dauern. Denn DC ließ auch wissen, dass es zwei Jahre gedauert hat, bis die Comics so umgebaut worden waren, bis sie auf dem Kindle Fire überhaupt lesbar waren.

Neil Gaiman indes, der immerhin 12 % der in Frage kommenden Comics geschrieben hat, war einigermaßen verwirrt über die Entwicklung. Er hatte nichts von dem Deal gewusst. "Ich konnte nicht verstehen, warum Barnes & Nobles Reaktion auf den Deal mit Amazon war, Amazon und den unabhängigen Buchläden das Exklusiv-Verkaufsrecht für die gedruckten Exemplare zu geben und das auch noch öffentlich bekannt zu geben. Auf der anderen Seite haben sie ihren Standpunkt klar dargestellt und andere Verlage werden nun zwei Mal nachdenken, bevor sie einen Exklusiv-Deal eingehen.

Eigenartig ist bei dieser ganzen Posse aber auch, dass Barnes & Nobles mit zweierlei Maß zu messen scheint. Denn im Falle von Harry Potter wollen sie die gedruckten Bücher weiterhin verkaufen, obwohl die e-Books exklusiv über die Website von J. K. Rowling vertrieben werden. Barnes & Nobles dazu: "Dieser Fall ist nicht vergleichbar."

Der Deal mit DC wird vermutlich der Auftakt für viele weitere Kämpfe zwischen den Anbietern von Tablet-PCs sein. Und es wird eine ganze Weile dauern, bis diese Kämpfe beendet sind. Ob dann aber noch genügend Kunden da sind, die sich noch nicht auf anderen Wegen bedient haben, ist fraglich. Es scheint, als wollte die Buchbranche auf Teufel komm raus dieselben Fehler begehen, die schon die Musikindustrie in den Abgrund getrieben hat. Man hätte ja daraus lernen können...


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Artikel vom: 20.10.2011
Kategorie: Gebabbl
Autor dieses Artikels: Bernd Glasstetter
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