Wie wir gerade erfahren haben, wurde bereits am 01.03.2007 das Insolvenzverfahren gegen Infinity eröffnet. Damit ist der Schwetzinger Verlag nun leider doch Geschichte.
Infinity war vor kurzem die Lizenz zu Spawn entzogen worden. Die Lizenz ging damals an Paninicomics. Schon zu diesem Zeitpunkt kamen Gerüchte auf, wie lange es Infinity wohl noch machen würde. Sie wurden aber von Marius Kessler, dem Chef des Verlags, dementiert.
Hier der Auszug aus der Bekanntmachung:
Im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen d. Infinity Verlag GmbH,
Marstallstr. 12, 68723 Schwetzingen, vertr. d.d . GF Marius Keßler, ist
am 01.03.2007 um 15.36 Uhr, angeordnet worden (§§ 21, 22 InsO): Z.
vorläufig. Insolvenzverwalt. wird Rechtsanwalt Thomas Kind, N 7, 11,
68161 Mannheim, bestellt. Verfügungen d. Schuldn. über Gegenstände
ihres Vermögens sind nur noch mit Zustimmung d. vorläufig.
Insolvenzverwalt. wirksam (§ 21 Abs. 2 Nr. 2 InsO). [...]
Amtsgericht Mannheim, den 01.03.2007
Die Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
Im Prinzip ist dies "nur" Gläubigerschutz, aber Infinity darf nicht mehr über die Bankkonten verfügen und damit kann auch nichts mehr erscheinen und / oder ausgeliefert werden.
Wir werden Euch weiter auf dem Laufenden halten.
Update vom 13.03.2007 - 13:48 Uhr: Der Insolvenzverwalter hatte uns telefonisch bestätigt, dass auch der Vertrieb Paperwerk von der Insolvenz betroffen sei. Nun hat sich das als nicht richtig herausgestellt. Marius Kessler hat uns per Mail die folgende Klarstellung zugesendet, die wir 1:1 wiedergeben wollen:
Hallo Bernd,
im Moment ertrinke ich in Arbeiten, die ich für die Insolvenz erledigen muss. Für einen ausführlicheren Kommentar fehlt mir im Moment leider schlicht die Zeit.
Allerdings muss ich mich kurzfristig zu Wort melden und für Aufklärung sorgen, denn durch eure Meldung entsteht der neuen Vertriebsfirma Paperwerk GmbH Schaden.
Die Aussage auf Splashpages, auch der Vertrieb Paperwerk sei mit betroffen, hat leider einen falschen Eindruck vermittelt, denn diese Aussage bezieht sich ausschließlich auf den Vertriebsteil von Infinity, der nach der Insolvenz von Modern Graphics kurzfristig aus der Taufe gehoben worden war. Dieser hatte damals zwar den Kunstnamen Paperwerk erhalten, sozusagen als Vertriebslabel, war aber nie eine eigenständige Firma, sondern stets Teil der Infinity Verlag GmbH.
Infinity hatte aber in den letzten Wochen begonnen, seine Vertriebstätigkeit einer neugegründeten Vertriebsfirma zu übergeben, um sich wieder auf das ursprüngliche Kerngeschäft, das Verlegen von Comics, konzentrieren zu können. Um diesem neuen Vertrieb, der mit Infinity rechtlich überhaupt nichts zu tun hat, die Starthilfe zu erleichtern, wurde ihm seinerzeit bei der Gründung erlaubt, den Namen Paperwerk zu benutzen, quasi als Starthilfe. Unglücklicherweise ist aus dieser Gefälligkeit nun eine Art Fluch für den neuen Vertrieb geworden, denn wegen der Namensgleichheit wird er jetzt mit Infinity in einen Topf geworfen. Tatsache ist jedoch, dass Infinity - Paperwerk überhaupt nichts zu tun hat mit der Paperwerk GmbH. Der einzige Berührungspunkt hätte darin bestanden, dass die Paperwerk GmbH in Zukunft die Comics von Infinity ausgeliefert hätte. Um es noch einmal zu betonen: die Vertriebsfirma PAPERWERK GmbH ist eine völlig eigenständige Firma! Der Insolvenz-Antrag betrifft ausschließlich die Infinity Verlag GmbH!
Es ist ungeheuer wichtig, dass diese Meldung so schnell als möglich bekannt gegeben wird, denn es hat bereits erste Fälle gegeben, aus denen der Paperwerk GmbH ein Schaden entstehen könnte. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden!
Wie gesagt, ein Kommentar zum eigentlichen Thema folgt, sobald ich arbeitsmäßig wieder Land sehe.
Beste Grüße Marius
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