Vier Tage lang wird Erlangen zum Mekka der Comics. Vom 15. bis 18. Juni
locken die Comic-Messe mit 150 Ausstellern, eine Vielzahl hochkarätiger
Ausstellungen, über 300 Comickünstler, das Comic Film Fest, die
Verleihung des Max und Moritz-Preises, Diskussionsrunden, Workshops und
vieles mehr über 20.000 Besucher in die fränkische Universitätsstadt.
Alle deutschsprachigen Comicverlage sind vertreten, präsentieren ihre
Neuerscheinungen und für diesen Anlass publizierten Sondereditionen.
Das größte und wichtigste Comic-Festival im deutsprachigen Raum findet
alle zwei Jahre statt. Mit großer Spannung werden die Programmhöhepunkte
erwartet. Jetzt wird der Vorhang gelüftet. Zentrum des Festivals ist das
Erlanger Kongresszentrum Heinrich-Lades Halle, weitere
Veranstaltungsorte sind über die ganze Stadt verteilt. So hat
beispielsweise die Städtische Galerie Erlangen ein seit langem geplantes
Projekt verwirklicht: „Feuer, Farben, Träume“ ist der Titel einer großen
Retrospektive zu Lorenzo Mattotti, dem Bildpoeten aus dem
norditalienischen Brescia.
Auffallend ist die starke Präsenz deutschsprachiger Künstler im Programm
des diesjährigen Salons. Isabel Kreitz, Ulf K, Uli Oesterle, Flix und
Thomas von Kummant und den erfolgreichsten deutschen
Manga-Zeichnerinnen sind Ausstellungen gewidmet. Auch in weiteren
Ausstellungen wird eine neue Generation einheimischer Comicerzähler
präsentiert, die den Comic als Erzählsprache mit einer
Selbstverständlichkeit begreifen, die in Deutschland erst in den letzten
Jahren entstehen konnte.
Vor zwei Jahren sorgte Asterix-Zeichner Albert Uderzo für einen Rummel,
der einem Filmstar alle Ehre gemacht hätte. In diesem Jahr werden die
Liebhaber japanischer Zeichenkunst wohl einen ähnlichen Auflauf
verursachen, wenn Gosho Aoyama das Festival-Gelände betritt. Der Japaner
gehört mit seiner Manga-Serie „Detektiv Conan“ (Egmont Manga & Anime
EMA) zu den erfolgreichsten Manga-Zeichnern weltweit. Die
Wechselwirkungen zwischen deutscher, europäischer, amerikanischer und
japanischer Comic-Kreation gehören zu den spannendsten Elementen des
diesjährigen Salons.
Anfang Juni erscheint das ausführliche Programmheft des 12.
Internationalen Comic-Salons als Sondernummer der Zeitschrift „Comixene
und ist bundesweit in Bahnhofsbuchhandlungen und im Zeitschriftenhandel
erhältlich. Darin finden sich auch alle Termine des zum Salon in den
Erlanger Kinos stattfindenden Comic Film Fests, das neben aktuellen
abendfüllenden Comic-Verfilmungen wie „X-Men“ oder „V wie Vendetta“ die
unterschiedlichsten Formen des Animationsfilms präsentiert.
Zwischen den Ausstellungen und dem Besuch der Messe und der
Signierstunden, lohnt sich der Besuch der Diskussionsveranstaltungen,
zum Beispiel „Das Comic-Quartett vier Kritiker und vier Comics“, die
„Comic Sisters“ die die Rolle der Frau in der Comicbranche beleuchten,
aber auch der sogenannte „Mohammed-Karikaturen-Streit“ wird nicht
ausgespart.
Führungen, Konzerte, Parties, Chill-Outs … Während des 12.
Internationalen Comic-Salons ist in Erlangen immer etwas los. Höhepunkt
des Abendprogramms ist jedoch die Verleihung des Max und Moritz-Preises
am 17. Juni im Erlanger Markgrafentheater. Was die „Goldene Kamera“ für
die Fernsehschaffenden, das ist der Max und Moritz-Preis für die
deutschsprachige Comicbranche. Moderiert wird die Veranstaltung von dem
bekannten Literaturkritiker und Jurymitglied Denis Scheck.
Kennzeichen des Erlanger Salons ist es, dass Kunst und Kommerz,
Mainstream und Avantgarde in einer alle Spielarten der Comic-Kunst
repräsentierenden Veranstaltung zusammengeführt werden. In den über
zwanzig Jahren seines Bestehens trägt das Festival maßgeblich dazu bei,
dass der Comic nicht nur als Massenmedium anerkannt, sondern auch als
Kunstform im besten Wortsinne „salon“-fähig geworden ist.
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