Sandman Universe

Sandman Universe

Sandman Universe

Story:
Der Bibliothekar des Traumlandes, Lucien, entdeckt das in seiner Bibliothek ein Buch verschwunden ist. Was ihn noch mehr erschüttert ist die Tatsache, dass er sich nicht daran erinnern kann welches fehlt. Doch es bleibt ihm keine Zeit sich Sorgen zu machen, denn ein großer Riss zieht sich durch die Träume. Allerdings ist der Sandman verschwunden. Also macht sich der Rabe Matthew auf die Suche nach seinem Herrn auf der er einige bekannte aber auch gefährliche Personen trifft.


Meinung:
Manche werden es schon gehört haben: Sandman startet wieder. Was manche nun vor Freude ganz zappelig werden lässt weil sie es kaum noch erwarten können in den Comicladen ihres Vertrauens zu laufen, dürften andere äußerst skeptisch sein. Es stellt sich mal wieder die Frage ob nicht legendäre, ja epochale, Serien in Ruhe gelassen werden sollten. Das betraf das Verhältnis Watchmen zu Before Watchmen und der nun folgenden Eingliederung in das DC Universum und sollte man nicht ebenso den abgeschlossenen Sandman-Kosmos in Ruhe lassen?

Obwohl das so abgeschlossen ja gar nicht war. Neil Gaiman kehrte kurzfristig für das Prequel Sandman Ouvertüre in seinen Kosmos zurück und erzählte in den zwei Bänden was unmittelbar vor den Geschehnissen in der Hauptserie geschah. Die Ouvertüre endete mit der Gefangenschaft von Sandman, also an der Stelle wo seinerzeit Sandman begann. Und es ergab sich das unter dem Vertigo-Label auch noch Spin-Offs wie Die Bücher der Magie oder Lucifer erschienen, die durchaus in letzter Zeit noch Comicgeschichten und sogar eine TV-Serie zu den Fans brachten. So ganz abgeschlossen war der
Sandman-Kosmos also nicht, sondern franste vielmehr an den Seiten etwas aus.

Dieses nun  vorliegende Special Sandman Universe ist wieder ein Prequel und stellt den Status Quo dar sowie einige Personen um die es in den folgenden Bänden gehen wird. Da hier nur wieder ein Appetizer vorliegt, der einen Rundumblick gibt über die Veränderungen welche dann verschiedene Hauptpersonen und deren Umfeld betreffen, ist die Lektüre etwas unbefriedigend da es nicht abgeschlossen wird. Aber es gibt hier zwei Besonderheiten zu beachten: zum einen startet nicht direkt Sandman neu, sondern gleich vier verschiedene Serien welche zum Teil alten Reihen wie Lucifer und Die Bücher der Magie einen Reboot verpassen und zum anderen schreibt Neil Gaiman diese nicht selber, sondern fungiert als kreativer Mastermind der die Kohärenz und Kontinuität überwacht. Jede der vier Serien wird von einem anderen Kreativteam behandelt und auch wenn hier nur Appetit gemacht werden soll, so bekommt man durchaus Lust auf mehr. Denn man merkt, dass die Kreativen für ihren Stoff brennen. Es gibt Spannung, in den Zeichnungen eine überbordende Fantasie welche es den Leserinnen und Lesern immer erlaubt auch beim zweiten Lesen noch einiges zu entdecken, Witz, einige Rätsel und ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Letzteres ist natürlich sehr schön, aber es gibt noch einige neue Figuren wobei eine hier zentral eingeführt wird und einiges an Potential besitzt.

Zu der eigentlichen Geschichte gibt es noch einige redaktionelle Hintergrundinformationen, eine ausführliche Covergalerie und auch wenn alles hier etwas in der Luft hängt so ist es doch für Fans durchaus lesenswert, um einen neuen Startpunkt zu schaffen. Oder um für sich selber zu entscheiden ob man zwischen Nostalgie schwankt oder dem erneuten Aufguss eines alten Teebeutels.


Fazit:
Das Sandman Special ist im Grunde nichts als ein Appetithäppchen für gleich vier neu startende Serien was die Lektüre etwas unbefriedigend macht. Aber das Wiedersehen mit alten Bekannten, die fantasievollen Zeichnungen und die aufgeworfenen Rätsel wissen zu faszinieren.