Battle Royale 4

Battle Royale 4

Battle Royale 4

Story:
Shinji Mimura und Yutaka haben ihre Bombe fertig gebaut. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, wie geplant die Schule der Insel zu sprengen in der sich die Soldaten aufhalten, denn ein Quadrant den sie überqueren müssen, wird bald zu einer Sperrzone. Da kommt es Shinji gar nicht recht, dass sie von einem Mitschüler aufgehalten werden, dem er nicht vertraut. Doch es wartet noch ein starker Gegner der alle Pläne zunichte machen kann.


Meinung:
Zu Recht ist auch der vierte Band des Manga-Klassikers Battle Royale erst ab 18 Jahren freigegeben. Zwar gibt es hier rein quantitativ gesehen nicht so viele Opfer wie in den Bänden davor, aber es geht hier sehr brutal zu. Die Gewalt geht wieder eindeutig in Richtung Splatter. Nicht nur sieht man wie nach einem Kopfschuss das Gehirn auf dem Boden liegt, sondern einer der Hauptfiguren droht nach einer Schussverletzung der Darm aus dem Bauch zu fallen. Nach einer kurzen Überlegung wie schön rosig der doch aussieht, werden die Innereien kurzerhand mit Klebeband fixiert. Dann wird munter weitergekämpft. Das ist natürlich starker Tobak, aber wer die Serie kennt, weiß ja was einen erwartet und man will ja auch ehrlicherweise die schonungslose Gewalt dann sehen. Moralisch viel bedenklicher ist die Szene wenn sich ein Mädchen an ihre Vergewaltigung durch ihren Stiefvater erinnert und dadurch sogar sexuell erregt wird. Das ist geschmacklos und ärgerlich, wobei man hier immerhin noch einwenden muss, dass nicht sonderlich klar ist ob diese Erzählung wahr ist oder nur benutzt, also erfunden wird, um andere Protagonisten zu manipulieren.

Man sieht also: es geht in die Vollen. Und wie gehabt gibt es auch immer wieder Rückblenden welche das Verhältnis zweier Figuren erhellen und damit auch deren Verhalten in der Gegenwart, also während des tödlichen Spiels, erklären. So werden nicht nur manche Aktionen deutlicher, sondern auch die Figuren besser charakterisiert als es in einer reinen Actionstory möglich gewesen wäre. So fühlt man mit ihnen mit und ist emotional in den Kampfszenen viel stärker involviert. Wenn man mehr über die Charaktere weiß, will man einfach dass sie überleben und Erfolg haben. Das geht vor allem in diesem vierten Band so, wo eine der wichtigsten Figuren ihren großen Kampf hat. So gut wie die ganze erste Hälfte des Buches wird mit eben diesem Kampf ausgefüllt. Und da sich zwei der Hauptfiguren gegenüberstehen ist es enorm spannend ausgefallen. Denn hier ist schließlich alles möglich und auch die sympathischen Charaktere können auf brutale Art und Weise sterben.

Zudem ist gerade dieser Kampf ein Lehrbeispiel dafür was einen Manga vor allem bei Action ausmacht. Nämlich das Einfrieren der Zeit, das extreme Ausweiten von Handlungen die eigentlich nur Sekunden (oder noch weniger) brauchen und das Zeigen komplexer Handlungsabläufe in einzelnen Bildern. Hier sorgt das für enorm dramatische Effekte. Etwa wenn man Kugeln auf eine Person zufliegen sieht und wie sie sich langsam in den Kopf bohren. Man schreit innerlich unwillkürlich auf und will es nicht wahrhaben. Dementsprechend kommt auch der zeichnerische Realismus der Story zugute. Es gibt keine Verfremdungseffekte, kein großartiges Grimassieren und keine Albernheit. Die Leserschaft wird nicht geschont da es keinerlei Aufatmen oder ironische Brechung gibt.

Aber auch in der zweiten Hälfte des Bandes wird die Spannung aufrechterhalten, denn es wird ein Psychospiel begonnen und man fragt sich nicht nur wie das ausgehen wird, sondern generell wer das nächste Opfer sein wird. Actionreich, packend und gut. Wenn es einem gelingt die Moral etwas hintan zu stellen, denn die Gesellschaftskritik die in den ersten drei Bänden noch vorhanden war, ertrinkt hier zunehmend im Blut.


Fazit:
Ein Lehrbeispiel wie Action in einem Manga umgesetzt wird. Der Großteil des Buches besteht aus einem brutalen und dramatischen Kampf zweier Hauptpersonen. Auch sonst wird man wieder gefangen und kann kaum abwarten wie es mit den Charakteren weitergeht. Trotz aller moralischen Bedenken.