Batman: Damned 2

Batman: Damned 2

Batman: Damned 2

Story:
Nachdem Batman und John Constantine eine entweihte Kirche gefunden haben in der die Jesus-Figur wie der Joker geschminkt worden war, überkommen Batman nun Zweifel ob der Joker wirklich tot ist. Vielleicht kann ihm der Rapper J Blood weiterhelfen der deutlich mehr ist als ein Mensch. Zusammen mit Deadman wird Batman mit unangenehmen Fragen konfrontiert. Doch als er endlich eine vermeintliche Spur erhält, erschüttern Explosionen Gotham City.


Meinung:
Mit dem Black Label hat DC ein eigenes neues Imprint gestartet in dem es abgeschlossene Geschichten von einzelnen Helden gibt deren Abenteuer außerhalb der Kontinuität stehen. An sich wäre das nichts Besonderes, aber das Black Label richtet sich vor allem an erwachsenere Leser. Was noch nicht heißen soll, dass es hier deutlich brutaler zugehen soll, wie etwa seinerzeit bei dem Konkurrenten unter dem Label Marvel Max, aber das kann ja noch werden. Aber diese Aufhebung der Einschränkung erlaubt den Autoren und Künstlern deutlich mehr Freiheiten. Was schon bei Batman Damned 1 zu Kontroversen führte, da in einer Szene das Glied von Batman zu sehen war, aber später retuschiert worden war. So ist es in der deutschen Ausgabe nicht zu sehen.

Jedenfalls haben sich mit dem Dreiteiler Batman Damned ,von dem aktuell der zweite Band vorliegt, das Dreamteam Brian Azzarello und Lee Bermejo wieder gefunden, die schon herausragende Werke wie Lex Luthor: Mann aus Stahl und Batman: Joker geschaffen haben, aber auch jeder für sich ein erstklassiger Künstler ist. Und sie nutzen das Black Label zum einen, um eine Horrorstory zu erzählen was angesichts des düsteren Mitternachtsdetektivs immer lohnenswert ist und noch nie sonderlich abwegig war. Zum anderen krempeln sie einige Figuren um und die Leser werden sie so sehen wie bislang noch nie. Allerdings wird Batmans Mythologie nicht angekratzt. Wie Azzarello im Interview erzählte, welches in dem Auftakt enthalten ist, so darf der Kern einer Figur  nicht verändert werden, da sonst die komplette Mythologie angekratzt wird. Bei Batman ist es die Tatsache, dass der Mord an seinen Eltern ihn zu dem dunklen Ritter machte. Aber Azzarello spielt mit der Mythologie. Was im ersten Teil schon angedeutet worden war, wird hier noch deutlicher. So werden die im Laufe der Bat-Historie immer wieder eingestreuten glücklichen Erinnerungen an die verlorene Unschuld der Kindheit negiert. Es war nicht alles eitel Sonnenschein und die Eltern standen kurz vor einer Trennung. Dies führt natürlich zu einer Unsicherheit bei Bruce und zu einer Szene  voll kindlicher Wut die enorm schockierend ist und im Kanon nicht gezeigt hätte werden dürfen.

Wobei die Story hier immer noch nicht ganz klar wird. Etwa ob die Wut Batmans von einem Dämon geschürt wird oder nicht. Vorrangig geht es aber um die Frage wer den Joker getötet hat. War es Batman selber? Steht er unter dem Einfluss eines Dämons? Und wer oder was ist diese Macht? Im Laufe der Ermittlungen bekommt es Batman mit einigen okkulten Charakteren des DC-Universums zu tun, welche neu interpretiert werden. Hat man schon Zatanna in Teil eins kaum noch wiedererkannt, muss man hier schon genauer hinsehen, damit es einem klar wird, dass man den Dämon Etrigan vor sich hat, der seine Reime nunmehr als Rapper unter das Volk bringt. Deadman ist optisch kaum verändert, wird aber als Junkie dargestellt der auf fremde Körper angewiesen ist, diese mit all ihren Emotionen und Empfindungen genießt aber sie auch schnell verbraucht. Einzig John Constantine ist unverändert. Der geschickte Kniff ist hier aber, es sei noch mal daran erinnert, dass die Stimme des Erzählers nicht diejenige von Batman ist, sondern von dem Hellblazer, der selbst zugibt ein unzuverlässiger Erzähler zu sein.

Vor allem aber ist die Version von Harley Quinn hier durchaus schockierend und hat so gut wie nichts mit der teils albernen Clownfigur ihrer eigenen Serie zu tun. Aber sie ist sehr viel realistischer, tödlicher und das Ende ist schockierend. Etwa was ihr Plan mit Batman ist, hey, es richtet sich an ein erwachseneres Publikum, aber auch wie Batman darauf reagiert. Bei dem letzten Panel sollte man genauer hinsehen und so kann man aufgrund von dem Cliffhanger und der zeichnerischen Andeutung kaum noch den abschließenden Band erwarten. Was aber auch wieder bedauerlich ist, denn die Zeichnungen von Lee Bermejo sind nichts anderes als überwältigend und kommen in dem größeren Format wunderschön zur Geltung. Diese Mini-Serie ist ein absoluter Pflichtkauf.


Fazit:
Beeindruckend. Auch wenn die eigentliche Story noch immer nicht klar ist, so wird man von der Atmosphäre gefangen, den wunderbaren Zeichnungen, den rätselhaften Andeutungen und den Neu-Interpretationen bekannter Charaktere. Ein Pflichtkauf.