Slhoka 8: Die Nadel der Vergänglichen

Slhoka 8: Die Nadel der Vergänglichen

Slhoka 8: Die Nadel der Vergänglichen

Story:
Slhoka hat es geschafft und im Reich der Götter, dem Jaipurna, die böse Göttin besiegt. Doch auch wenn er nun göttliche Kräfte besitzt, so ist es ihm nicht möglich die Götterwelt zu verlassen. Shani hat Slhokas Körper übernommen und will den Planeten mit Gewalt überziehen. Doch Krk gelingt es, Slhokas Geist zurückzuholen. Allerdings ist der nun an eine Nadel gebunden und jeder der diese Nadel besitzt, trägt Slhokas Geist und Macht in sich, was Begehrlichkeiten weckt.


Meinung:
Eigentlich hätte man die Lektüre und die Serie Slhoka nach dem siebten Band beenden können. Slhoka besiegte die böse Göttin und besitzt nun deren göttliche Macht. Er ist also gar nicht mehr auf den Rachegeist Shani angewiesen mit dem er sich unfreiwillig den Körper teilt. Wie kann es also noch spannend werden, wenn der Held nun nahezu allmächtig ist? Doch es waren noch nicht alle Handlungsstränge beendet. So konnte man sich auf den achten Teil freuen.

Und diese Vorfreude war gerechtfertigt. Denn eigentlich hat man nichts mehr erwartet, doch es wird sehr spannend. Ja, Slhoka hat nun göttliche Macht. Doch was  nutzt sie ihm wenn er im Götterreich festsitzt und nicht raus kann und so auch nicht in der Lage ist seinen Freunden zu helfen (die hier übrigens kein einziges Mal auftreten, man fragt sich also wie es denen mittlerweile ergeht)? Mit einem magischen Trick gelingt es Krk Slhokas Geist aus dem Götterreich zu retten. Doch das hat einen Haken: denn Slhoka und seine Macht sind fortan immer in demjenigen welcher sich eine bestimmte Nadel in die Stirn steckt. Der Geist von Slhoka ist also gebunden während sein Körper vollständig an Shani gebunden ist die das ausnutzt, um ihre Rache und ihren Zorn auszuleben. Slhokas Handlungsmöglichkeiten sind also stark eingegrenzt und die eigentliche Story dieser Ausgabe besteht darin, wie sich Slhoka und zwei weitere Personen auf die Suche nach seinem Körper machen. Währenddessen lesen sie noch eine Prinzessin auf, die von ihrer Familie im Stich gelassen wurde.

Jeder dieser Charaktere entwickelt langsam Begehrlichkeiten und jeder will die Nadel und damit Slhokas Macht haben. Gerade dieses macht die Reise sehr spannend. Es sind weniger die Gefahren die auf dem Weg lauern, also die Genreüblichen Hürden welche die Quest gefährlich machen, sondern die zunehmend destruktive Dynamik innerhalb der Gruppe macht den Reiz aus.

Es geht nun darum wer wie warum die Nadel in seinen Besitz bringt. Paradoxerweise ist Slhoka damit an derselben Stelle wie Shani bei ihm. Symbolisch steht das natürlich auch dafür wie die Götter, Gott und die Religion zu eigenen Zwecken missbraucht werden: schlicht zur Machtausübung. So gut wie niemand will die Macht aus selbstlosen Gründen, sondern alle wollen damit ein Ziel erreichen.

Auch wenn es durch die Konflikte recht dialoglastig ausgefallen ist, so gelingt es den Zeichnungen doch alles recht dynamisch ausfallen zu lassen. Was schon eine kleine Kunst ist, denn der Titelheld ist physisch ja nicht anwesend, weswegen die Dialoge keine direkte Gesprächspartner in den Bildern haben. Stattdessen findet das Gespräch ausschließlich im Inneren des jeweiligen Geistträgers statt, weswegen sich die Bilder auf die Landschaften und das Setting konzentrieren. Diese sind detailreich und fantasievoll ausgefallen, so dass es optisch nie eintönig wird. So liegt hier eine positive Überraschung vor und man freut sich schon auf den nächsten Band.


Fazit:
Eine positive Überraschung. Eigentlich hätte die Serie nach dem letzten Band beendet werden können. Doch es geht spannend weiter und obwohl diese Ausgabe nicht sonderlich spektakulär ist, so liest man sie doch mit großem Vergnügen.