Thor 1: Gefallene Götter

Thor 1: Gefallene Götter

Thor 1: Gefallene Götter

Story:
Am Ende des Universums hat König Thor den Planeten Erde wieder zum Leben erweckt und ihn in die Obhut seiner Enkelinnen gegeben. Doch diese noble Tat hat das Interesse von zwei sehr mächtigen Wesen geweckt: den vom Phoenix besessenen Wolverine und einem gottgleichen Doom. Doch auch in der Gegenwart hat es der Donnergott mit scheinbar unbesiegbaren Gegnern zu tun. Zunehmend verzweifelt versucht er den Krieg der Welten zu verhindern. Doch ohne mächtigen Hammer und wenigen Verbündeten scheint Thor zum Scheitern verdammt.


Meinung:
Das zweite Paperback von der aktuellen Thor-Serie beginnt mit einem sehr schönen Auftakt. Thor und Wolverine sitzen gemeinsam in einer Kneipe und trinken und sinnieren über die jeweils schönste Kneipe. Ziemlich direkt gibt es einen Sprung der viele tausend Jahre später spielt.

Schon auf den ersten Seiten sind die prägnanten Merkmale der Serie und vor allem dieser Ausgabe vorzufinden. Zum einen gibt es sehr viele Handlungsebenen die in verschiedenen Zeiten spielen, so dass man doch recht konzentriert lesen muss, da man viele dramaturgische Stränge im Hinterkopf behalten muss. Was für eine Superheldenserie schon recht ungewöhnlich ist und einen besonderen Reiz ausmacht. Zum anderen liegen hier faszinierende Zeichnungen mit einer spektakulären Farbgebung vor. Jedes Panel lädt zu einem längeren Betrachten ein. Manchmal auch deswegen weil sie stilistisch schon fast expressionistisch wirken.

Aber das hält einen nicht von der Lektüre ab, denn die Dramatik der geschilderten Ereignisse reißt die Leserschaft sofort mit. Und immer wieder gibt es wunderbar witzige Einfälle, welche das Ganze nicht in komödiantische Gefilde transportiert, sondern eher einen comic relief darstellt. Schade nur, dass der sprechende Hund Thori hier nicht mehr Raum bekommen hat. Zudem gibt es hier eine große Fabulierlust, so dass man immer gespannt sein kann welche Ideen auf den nächsten Seiten präsentiert werden.

Dabei ist der eigentliche Handlungsstrang, ohne Rückgriffe auf die Zukunft oder auf die Vergangenheit, schon spannend und dramatisch genug. Thor versucht einen Krieg der Welten zu verhindern und den König der Dunkelelfen, Malekith, und seine Verbündeten zu stoppen. Bei diesem Vorhaben verzweifelt der Donnergott aber zusehends. So besitzt er Mjöllnir nicht mehr und die Ersatzhämmer werden im Dutzend verbraucht, weswegen er keine geeignete Waffe hat. Hier wird deutlich, dass der mystische Uru-Hammer für Thor mehr als nur ein Werkzeug war. Er war wie ein Freund, etwas worauf er sich verlassen hat und wenn er den Hammer tragen konnte, wusste er dass er dessen würdig war, was ihm Selbstvertrauen gab. Damit ist es nun vorbei. Thor zweifelt und das schwächt ihn, was auch seine Mutter auf den Plan ruft, da sie ihn moralisch aufbauen will.

Was Thor auch nötig hat, denn das komplizierte Verhältnis zu seinem Vater kulminiert in  einem schockierend heftigen Kampf zwischen Vater und Sohn der ziemlich brutal geführt wird und in dem alle Frustrationen dem anderen gegenüber freigelassen werden.

Es zählt zu der dramaturgischen Klasse das bei all dem auch nicht die Nebenfiguren vergessen werden. So erfährt Jane Foster eine Neuigkeit die sie umhaut und eine Nebenfigur bekommt sogar ein ganzes Kapitel welches sich nur ihr widmet. Die Blicke in die Vergangenheit zu einer großen Liebe von Thor mögen erst überraschen, verleihen aber mit den Blicken in die Zukunft allen eine Epik und einen Blick in den Charakter, so dass es zu keinem Selbstzweck wird.

Zwar wird hier mal wieder ein Event vorbereitet das wohl das ganze Marvel-Universum betreffen wird, was jetzt schon zu einem riesigen Gähnen führt, aber der Band kann dennoch auf seinen eigenen Beinen stehen und Jason Aaron beweist eindrucksvoll das er einer der besten Autoren ist die sich je des Donnergottes angenommen haben. Zugreifen.


Fazit:
Beeindruckend. Eine packende Geschichte auf mehreren Zeitebenen voller Dramatik und Action und überwältigenden Zeichnungen. Jason Aaron ist einer der besten Autoren die je die Abenteuer des Donnergottes geschrieben haben.